Zwischen Stiefelspitze und Absatz- Campagna, Calabria, Basilicata und Puglia - Apulien

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Apulien: Land des Weins, der Oliven
und der Trulli

Wir setzen unsere Süditalienrundfahrt in Apulien fort, wo wir zunächst die Barockstadt Lecce besuchen. Lecce selbst wurde, so die Legende, ca. 1200 vor Christus gegründet, sicher ist jedoch Lecce zu römischer Zeit bereits ein größerer Ort, wie das Amphitheater heute noch belegt.


Blick auf Lesse - Theater

Wir haben für drei Tage ein etwas ausserhalb Lecces liegende Ferienwohnung gefunden und gönnen uns erholsame Tage, denn unser vierter und letzter Teil der Süditalienreise fordert noch einiges an Kilometerleistung von uns.

Alberobello: Trulli oder die Kunst Steuern zu sparen

Wir orientieren uns so langsam wieder in Richtung Norden und fahren zunächst nach Alberobello, die apulische Stadt der Trulli. Eine der beiden schönen Legenden, die sich um die Entstehung Alberobellos ranken, will wissen, dass der junge Graf Giangirolamo II, Erbe des Hauses Acquaviva, zur Besiedelung der Gegend Flüchtlinge herbeiholte, die andernorts unerwünscht waren. Diese hatten ausreichend Kalkstein zur Verfügung und bauten die Trulli, durch loses Aufeinanderschichten der Steine. Da die Höhe der königlichen Steuer von der Menge des umbauten Raumes abhing, hieß der Graf die Bevölkerung jedes mal vor dem Eintreffen der königlichen Inspektoren die Trulli abzureißen und anschließend wieder aufzubauen. Dem Grafen solls nicht geholfen haben, er wurde nach Spanien in den Kerker verbracht und starb auf dem Rückwege.


Die Trulli von Alberobello

Gleich, ob nur eine Legende oder Wahrheit - gesichert ist, daß Alberobello ursrpünglich als wilde Siedlung ohne entsprechende königliche Erlaubnis entstand, die am 27. Mai 1797 endlich einen legalen königlichen Status erhielt. Wie dem auch sei, die Stadt der Trulli ist heute ein einzigartiges Kulturerbe der Menschheit.

Und unsere Unterkunft ist tatsächlich in einem der historischen Trulli, die mit viel Aufwand und Mühe unter Erhaltung der natürlichen Substanz renoviert und auf modernem Niveau bewohnbar gemacht wurden.

Die Trulli tragen auf ihren Dächern Verzierungen der unterschiedlichsten Art, teils frühreligiöser, teils heidnischer Bedeutung. Immer wieder entdecken wir auf unserem Rundgang durch Alberobello erstaunliche und interessante Malereien und Ornamente, deren wirkliche Bedeutung uns heute allerdings verschlossen bleibt. Im Inneren eines Trullo, wir konnten es an unserer Behausung erleben, ist auch von der härtesten Sommerhitze wenig zu spüren, der Trullo ist klimatisch einfach rafiniert gebaut.


Die Trulli bei Nacht

Als wir nach zwei Tagen Alberobello verlassen, sind wir fast ein wenig traurig und hätten uns gut und gerne noch den einen oder anderen Rundgang vorstellen können.

Unsere nächste Station der Reise ist die am Meer gelegene Stadt Trani, die uns sofort für sich einnimmt. Trani ist weitaus weniger überlaufen als andere Orte am Meer und hat sich in der Altstadt und am Hafen einen natürlichen, lebensfrohen Charme bewahrt, dem wir gerne erliegen.

Der Blick über den Hafen auf die Kathedrale San Nicola Pellegrino ist wunderschön. Tranis Blütezeit war zur Zeit der Kreuzfahrer, die von hier und Bari aus ins Gelobte Land aufbrachen.

Aber auch hier ist unsere Zeit nicht unendlich und so fahren wir weiter in Richtung Osten zur nächsten Station unserer Reise, der Region im Castel del Monte.

Castel del Monte - das geheimnisvolle Schloß

Ein derartiges Gebäude, geometrisch ein vollkommenes Achteck, ist uns auf unseren vielen Reisen bislang noch nicht begegnet. Das Schloß, das über keinerlei Wehranlagen verfügt, wurde wahrscheinlich vom Stauferkaiser Friedrich II gebaut, dessen hohe Affinität zur Wissenschaft belegt ist. So umgab sich Friedrich II von Hohenstaufen mit den führenden Wissenschaftlern der damaligen Zeit und muß selbst ein anerkannter Fachmann auf wichtigen Gebieten gewesen sein.

Mit Ausnahme einiger wenige festlicher Gelegenheiten, diente das Schloß jedoch überwiegend eher als Gefängnis, Friedrich II selbst hat hier wahrscheinlich nicht geweilt. Die konzentrische und ungewöhnliche Form hat bis heute zu Spekulationen hinsichtlich der Bedeutung bis hinein in die Sphären der astrologischen Mutmaßungen geführt, die an dieser Stelle nicht nachvollzogen werden sollen.


Lama di Luni

Wir verbringen die letzten Tage unserer wunderbaren Süditalienreise auf einem nach biologischen Grundsätzen wirtschaftenden Gut, Lama di Luni, die über weite Olivenhaine und Wein verfügen. Die Landwirtschaft Apuliens ist vom Wein und Oliven geprägt und wir verabschieden uns mit einem Blick aus dem Hoftor über die Landschaft Apuliens, die einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen hat.

 

 

 

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