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6.Tag
Wir haben echt schlecht geschlafen, jeder Knochen tut
weh, das Frühstück eher mäßig, na, es kann nur besser werden. Im
Vergleich zu Sonntag (Predil Pass), wird es auch ein Super Tag!
Zuerst einmal, es ist toller Sonnenschein, und wir
fahren von Ptuj Richtung Lendava, direkt an die ungarische Grenze.
Allerdings fahren wir nicht die Hauptstrasse, sondern
kleine einspurige Strassen, die uns hinauf in die Weinberge führen.
Wenn wir gestern schon ins schwärmen gekommen sind, so fehlen hier
fast die Worte. Wer kennt alte klappernde Windräder, die in den
Weingärten die Vögel vertreiben sollen. Zwischen den Gärten stehen die
Anwesen der Weinbauern. Soweit Du gucken kannst nur schön und Idylle
pur. Auf einer Bergkuppe befindet sich die Gaststätte Taverna. Hier
halten wir an um eine 2. Tasse Kaffee zu genießen, fast schon schade
das wir noch weiter wollen. Zum Trost kaufen wir aber bei einem der
vielen Weinbauern eine leckere Flasche „Jerusalemcan“.
Übrigens in ganz Slowenien ist nichts zu sehen von
einem armen oder sogar noch rückständigen Land. Slowenien ist dem
Süden , auch Kroatien um Längen voraus. Ob es da nun um Sauberkeit,
Sanitäranlagen, Unterkünfte, Essen oder Strassen geht.
Wie schon gesagt von den Weinbergen geht es hinunter
in das Tal der Mur, direkt an der ungar. Grenze. Hier ist es nicht
wirklich faszinierend. Alles flach, kaum Kurven, aber es ist doch
interessant zu sehen, welche enormen Unterschiede es in diesem Land
gibt. Du hast die Ausläufer der jurischen Alpen, das Klima an der
Adria, die verschlossene unzugängliche Gegend rund um die Krka, die
sanft geformte Gegend der Weinanbaugebiete und dort ein Klima ähnlich
der ungarischen Steppe.
Weiter geht es wieder durch die Weinberge, diesmal
wollen wir die überlaufene Strasse von Radgona nach Maribor umgehen.
Maribor besichtigen wir nicht, da es sehr warm geworden ist und uns
das Fahren in Motoradklamotte mehr zusagt als einen Spaziergang in
derselben.
So und nu sind wir wieder im Gebiet der Alpen, das
heißt die Berge höher, die Strassen kühner, 18km Schotterpiste bei
einer Serpentinenabfahrt mit engen Kehren, voll bepacktes Moped und zu
Zweit, das ist doch schon was!
Es ist so toll heute! Jetzt fließt neben uns die Drava,
die Berge, die Sonne die schon recht tief steht gibt dieses ganz
besondere Licht ab. Wer von Euch kennt es nicht, dieses Gefühl, ach Du
möchtest niemals mehr anhalten!
Doch leider müssen wir ja noch Zimmerstress machen.
Gut bewaffnet wie wir sind, wissen wir auch, dass es im nächsten Ort
was gibt. Na ja, dieses Mal haben wir kein Glück! Kurzerhand rufen wir
im nächst gelegen Hotel, Fahrzeit ca. 20 min., an und die haben auch
was frei. Also nichts wie hin.
Um keine weitere Zeit zu verlieren fragen wir am
Ortsanfang direkt nach, wo das Hotel liegt. Die Auskunft:“ Oh ja , da
vorne links und dann immer geradeaus.“ Okay, nach 3,5 km fragen wir
den nächsten. „Oh ja, immer geradeaus!“ Herr jeh, wo sind wir bloß!
Wir treffen auf einen Jungen und fragen noch einmal. Er meinte auch
immer geradeaus, mit der Maschine ca. 5 Min.!
Mittlerweile geht es über Schotter in Serpentinen den
Berg hinauf, es wird nun schnell dunkel, und der Weg endet auf einen
Kiesplatz, auf dem 2 Bagger stehen. Die Nerven fast blank, sehen wir
rechts unter uns den Gipfel eines Hauses und das ist unser Hotel. Wir
sind ganz alleine, wir können uns das schönste Zimmer aussuchen, das
Tal liegt unter unserem Balkon. Die Wirtin eröffnet nur für uns, nach
unseren Wünschen die Küche, super lecker und viel zu viel gab es zu
Essen, allerdings sind wir um 9.30 vor Kälte zu Bett gegangen. Man hat
die Heizperiode noch nicht eröffnet. Aber da wir uns heute morgen eine
Flasche Wein in den Weinbergen gekauft haben, einen langen und
aufregenden Tag hinter uns haben, haben wir sehr schnell die nötige
Bettschwere.
Ein toller Tag findet sein Ende!
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