19.06.99
Ich
hatte mein Zelt wieder nicht trocken zusammen bekommen, aber
es wird schon noch trocknen, wenn es erst einmal aufgebaut
ist. Wir fuhren aus Edinburgh in Richtung Osten und unser
Motto heute war: „Der Weg ist das Ziel!“ Entlang der
Nordseeküste kamen wir nach North Berwick, wo wir Mittag
machten, es gab lecker Fish ‘n Ships. In North Berwick war
gerade Stadtfest, oder so was ähnliches, auf jeden Fall war
für 13.00 Uhr ein Umzug mit verkleideten Kindern geplant, den
wir uns ansehen wollten (wo wir doch nun schon mal da sind).
Es waren so 10 - 15 Kinder in den verschiedensten Kostümen,
für die die Hauptstraße gesperrt wurde, und die durch die
Straßen zogen. Wow, ich dachte mir, ob in Deutschland auch für
ein paar Kinder eine Hauptstraße gesperrt werden würde?
Wohl kaum. - Weiter südlich kamen wir an ein Castle, Tantallon
Castle, und auf dem Parkplatz trafen wir ein Biker-Paar, die
den Urlaub noch vor ich hatten und hofften mit trockenen Hosen
durch Schottland zu kommen. Na dann, viel Erfolg.
In der Nordsee, unmittelbar vor Tantallon Castle, befindet
sich der Bass Rock, auf dem so ca. 12.000 Paare, der nach ihm
benannten, Basstölpel brüten. An Dunbar vorbei, fuhren wir
wieder in Richtung Landesinnere, und bevor wir irgendwo einen
Zeltplatz suchen mussten, fuhren wir gleich wieder nach
Jedburgh. Am Abend begann es, wie sollte s anders sein, zu
regnen und der Regen hielt bis in die Nacht an.20.06.99
Die letzten Tage wollten wir jetzt so richtig ruhig
ausklingen lassen. Am Morgen gingen wir wieder in der Jedburgh
Whoolen Mill frühstücken, aber es war nicht mehr so gut wie
bei unserem Urlaubsbeginn vor 1 ½ Wochen, dafür aber doppelt
so teuer.
Man merkt eben doch, dass jetzt keine Nebensaison mehr ist,
wahrscheinlich beginnt Mitte Juni die Hauptsaison. Wir
besichtigten Floors Castle in Kelso, ein Schloss wo
Christopher Lambert als „Greystoke - Herr der Affen“ über die
Dächer rannte und von Türmchen zu Türmchen hüpfte.
Nachdem wir den Sonntagsmarkt in Kelso besuchten, fuhren wir
wieder nach Jedburgh in liefen noch einmal in die Stadt.
Nach ein paar Runden Kartenspielen und einem Abendbrot,
welches einmal mehr aus Nudeln bestand, ging dieser Tag auch
zu Ende.
21.06.99
Nach guter Nachtruhe (abgesehen von einem belgischen
“Extrem-Schnarcher”) wurden wir etwas unsanft von einem
Sägegatter
aus dem Schlaf gerissen. Das Sägewerk begann um 6.00 Uhr am
Morgen mit dem Lärm und das sollte sich vor abends 21.00 Uhr
auch nicht wieder ändern. Nach einem preiswerten Frühstück, da
selbstgemacht, verlängerten wir unseren Zeltplatz um eine
Nacht. Anschließend fuhren wir, nachdem wir Dryburgh Abbey
besichtigt hatten, nach Galashiels, wo uns ein mächtiger, aber
zum Glück kurzer Schauer überraschte. Wieder in Jedburgh
angekommen besuchten wir, zusammen mit Touri’s aus 12
Reisebussen die Jedburgh Whoolen Mill, um unsere Reserven an
schottischen Banknoten zu dezimieren.
22.06.99
Heute hatten wir Schottland in Richtung Berwick - Upon -
Tweed verlassen. Die englischen Borders waren ja auch noch
ganz akzeptabel, aber was dann nach Bamburgh, mit seinem
Castle direkt am Strand, auf uns zukam, ist in keinster Weise
empfehlenswert. Industriemoloch (wie Thomas zu sagen pflegte)
und Arbeitersiedlungen.
Wir fanden einen Campingplatz in Hartlepool, und waren mit 100
%-iger Sicherheit die einzigen Ausländer auf dem ganzen
Gelände. Für uns war klar, sollten wir diese Nacht unbeschadet
überstehen, würden wir direkt nach Hull fahren, und
versuchen die Fähre umzubuchen. England weiter zu besichtigen,
kam für uns nicht in Frage.
Wir bekamen kaum ein Auge zu, und nachdem am Abend ein paar
Jugendliche mit ihren Kampfhunden auf der Wiese trainierten,
lauschten wir jedem Geräusch. Aber irgendwie ging die Nacht
dann zum Glück doch friedlich vorüber.
23.06.99
Ich weiß gar nicht mehr wann genau, aber ich glaube es war
so ungefähr halb 6 morgens, als wir den Campingplatz
verließen.
Wir waren froh, diese Nacht überstanden zu haben.
In Hull angekommen, fuhren wir gleich zum Terminal und
versuchten die Rückfahrt umzubuchen.
Es hat geklappt, aber wir hatten keine Kabine mehr und die
Schlafsessel waren auch alle belegt. Aber wir könnten uns doch
auf den Couches in den Bars zur Ruhe betten. Das war uns dann
auch egal, Hauptsache heim. Wir packten unsere Koffer so, dass
wir nur eine Tasche mitnehmen mussten. Und es war eine ruhige
Überfahrt.
24.06.99
Nach einem guten und reichlichen Frühstück ging es dann
von Bord. Meine größte Sorge war der Hinterreifen. Werde ich
es schaffen? Als wir die Fähre verließen und an der ersten
Tankstelle den Reifen wieder füllten, sagte ich mir immer
wieder: „Hoffentlich bis Deutschland, dann hilft mir der ADAC,
hoffentlich bis Deutschland!“. Als wir dann die Grenze
überschritten hatten, sagte ich wieder so zu mir: „Klasse. Na
dann hoffentlich bis nach Thüringen, dann kann ich sie
irgendwie mit dem Hänger holen.“ Zwischendurch prüften wir des
öfteren die Luft und füllten nach. Aber wir schafften es auch
bis nach Thüringen. Und ich sagte: „Na wenn ich es schon bis
hierhin geschafft habe, dann kann es auch noch bis nach Hause
klappen“ - Und es hat geklappt.
Fazit :
Wir waren uns sicher, im nächsten Jahr geht es wieder nach
Schottland, aber dann nur für 2 Woche, das reicht auch. Aber
bevor ich wieder nach Schottland fahre, muss ich meine
Ausrüstung ausbessern! |