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Mittags sind wir wieder in Fort William, und Peter (MA) eröffnet uns, wohl auch unter dem Eindruck der gestrigen Erlebnisse im Internet, dass er lieber nach Monaco möchte und uns infolgedessen verlässt und zurückfährt. Dass er damit die Rückpassage der Fähre einbüßt, stört ihn nicht und so verabschieden wir uns von ihm und unsere Wege trennen sich.

Für uns geht's nordwärts auf der A82 nach Invergarry und von dort auf der A87 Richtung Skye bis zur Jugendherberge in Ratagan, kurz vor der Brücke über den Loch Alsh auf der westlichen Seite des Sees.

In Ratagan treffen wir auf ein fränkisches Pärchen mit Motorrädern, einer MotoGuzzi mit Seitenwagen und einer Yamaha Enduro; beide haben Stulpen an den Lenkern und sind sehr glücklich darüber, ist es doch immer noch ganz schön kalt, gleichwohl mittlerweile trocken.

In der Gegend bei Ratagan steht eine Burg am Loch Alsh, Eilean Donan. Die haben wir zwar nicht besichtigt, wohl aber die Motorräder von einigen wild aussehenden Burschen, die offensichtlich auf Sauftour in Schottland waren: der Seitenwagen des, im Hintergrund des Bildes 5 gerade erkennbaren BMW Renngespanns, war mit mit alkoholischem Reiseproviant voll ausgelastet!

Das Wetter wurde zusehends besser, der Wind schlief gegen Abend ein und die Sonne kam raus und versöhnte uns mit den miesen Erlebnissen des Tages.

Der nächste Tag führte uns über die Brücke, Kyle of Loch Alsh, auf die Insel Skye und dort direkt zur Jugendherberge in Kyleakin um einzuchecken, die Klamotten zu bunkern und eine Rundreise um die Insel zu machen.

Skye ist eine Reise wert und auch das Wetter war prima, kühl aber sonnig. Eine 270 km Tour führte uns ringsrum und sehenswerte, teilweise atemberaubende, Aussichten aufs Meer entschädigten uns für verregnete Tage und ließen uns mit Bedauern an unseren verlorenen Mitstreiter Peter (MA) denken.

Von der Nordspitze in Uig sehen wir die Äußeren Hebriden und sind nicht mehr so sicher, dass die Entscheidung, des hohen Preises wegen die Inseltour auszulassen, richtig war.

Am folgenden Tag sieht es, in Bezug auf Überlegungen die Äußeren Hebriden anzusehen, gleich schlagartig anders aus, als wir, Skye den Rücken kehrend, in nordöstlicher Richtung auf einer kleine Straße ohne Bezeichnung weiterfahren. Eine wildromantische Schlängelei auf einspuriger Straße durch Rhododendron und an steilen Abhängen vorbei beginnt. Wir genießen die schöne Gegend und dödeln langsam Richtung Stromeferry. Auf der A890 geht es nach Strathcarron und über die A896, überwiegend einspurig mit Ausweichstellen, nach Torridon. Dort verlassen wir die "große Straße" und schlagen uns in die Wildnis nach Lower Diabaig durch. In Lower Diabaig, wohin uns ein steiles und sehr schmales Sträßchen führt, wird gerade mittels Kettensäge und Gabelstapler ein Fischerboot abgewrackt.

Weiter geht's, zurück auf die A896 und dann auf der A832 zunächst nordwärts in einer großen Schleife auf die A835 nach Ullapool.

Ullapool ist der erste größere Ort seit einiger Zeit und fix checken wir in der Jugendherberge ein und machen eine Stadtbesichtigungstour. Na ja, so groß ist Ullapool nun auch wieder nicht und die Besichtigung ist bald zu Ende, trotz Dudelsackkonzert auf einem Aldi Parkplatz.

In der Jugendherberge treffen wir einen Engländer, der seine Fazer nicht eine Minute aus den Augen lässt. Das ist hier allerdings völlig unnötig, denn zwei Saurier aus der Urzeit des Motorrads stehlen ihm eh die Schau: ein 44 Jahre altes Dnjepr Gespann und ein halb so altes Ural Gespann, ein Schweizer und ein Deutscher die mit ihren schweren Maschinen alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie erzählten uns, dass bei dem starken Sturm der letzten Tage ein Fahren zeitweise nur im zweiten Gang möglich war! So massiv die Gespanne auch aussehen, besonders starke Motoren haben sie nicht.

Das Wetter war wunderschön, Sonne, eine leichte Brise und Temperaturen an die 20°C. Herz, was willst du mehr?

Ein opulentes Abendmahl mit Haggis, der schottischen Nationalspeise und einem Pint Guinness beenden diesen, bisher wohl schönsten, Tag unserer Tour.

Weiter nach Norden geht es am nächsten Morgen, auf der A835 und A837 sowie A894 und A838 zum äußersten Norden von Schottland, nach Durness.

Hier hatten wir eigentlich überlegt zu übernachten, hatten es uns aber glücklicherweise verkniffen und anders überlegt, denn wie wir in Durness erfuhren, führt eine Jugendherbergsmutter ein eisernes Regiment, das eine gründliches Säuberung der Räume vor Abreise mit einschließt!

Wie gut, dass wir uns entschlossen hatten, nach Tongue weiterzufahren. Durness erscheint überhaupt kein kleines bisschen attraktiv und wir hätten es beinahe übersehen, groß ist es nämlich auch nicht.

Tongue, unsere heutige Etappe ist eher noch kleiner, ein Laden, gleichzeitig Post, zwei Pubs, eine Tankstelle und die Jugendherberge mitten im Nichts.

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