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In Biertan / Birthälm befindet sich eine der bedeutsamsten Kirchenburgen des Mittelalters, wo im Verteidigungsfall die gesamte Bevölkerung des Dorfes unterkam.

Nach unserer ersten Nacht in der Kirchenburg erleben wir einen enormen Temperatursturz. So fallen die Tageswerte von 30 Grad und mehr innerhalb einer Nacht auf nur noch 10 Grad. Hier im Kloster macht und das nichts, doch auf unserer weiteren Reise zu den Moldauklöstern frieren wir oftmals auf unseren Motorrädern und ziehen zur weiteren Wärmeisolierung unsere Regenklamotten an.

Da es so kalt ist, suchen wir schon zur Mittagszeit eine warme Bleibe und wollen einfach nur etwas Warmes essen. Oben auf dem 1.287m hohen Bucin Pass halten wir an und gehen in das Bujdoso Restaurant / Panzio, wo wir uns ein kuscheliges Plätzchen am Ofen suchen. Die heiße Suppe ist jetzt genau das Richtige. Wir fühlen uns pudelwohl und entscheiden kurzer Hand eine Nacht hier oben bei Balazs in seiner Bujdoso Panzio zu bleiben. Wir nehmen die kleine Cabana als Unterkunft und zahlen nur € 1,50 p.P. als Übernachtungspreis, zu verlockend ist der niedrige Preis, der warme Ofen und das gute Essen. Als am Abend kleine weiße Flöckchen vom Himmel rieseln, glauben wir unseren Augen nicht zu trauen.

Hier oben an der Grenze zu Moldawien und zur Ukraine weht ein eisiger Wind, auf einer unserer Abkürzungen umfahren wir eine Regenfront, die uns nun doch ein wenig streift. In einer stillgelegten Mine finden wir Unterschlupf vor dem Schauer und fahren dann weiter Richtung Putna. Die Landschaft ist hier unwirklich grün und die leicht geschwungenen Berge mit den unendlichen Wäldern lassen uns in eine der abgelegensten Gebiete Europas kommen.

Die Bukowina, das Buchenland, beginnt im Nordosten der Ostkarpaten Rumäniens und reicht weit in die Ukraine. Wir durchfahren den Ort Putna bis an sein Ende, wo sich die schöne Klosteranlage befindet. Links des Klosters befindet sich eine Anhöhe. Einer Sage nach hatte Fürst Stefan am 10. Juli 1466 von hier einen Pfeil mit dem Bogen abgeschossen, mit der Weisung: Dort wo er niederfiele, diese Anlage zu errichten. Berühmt sind die meisten Klöster aufgrund ihrer Außenfresken, in Putna befindet sich das Grab Stefan des Großen, Fürst der Moldau zwischen 1457-1504 und Stifter zahlreicher Klöster in der Region. Voroneund Putna wurden u.a. auf sein Geheiß gebaut, anlässlich seiner Siege über die Osmanen. 1470 wurde das Kloster Putna unter Stefan dem Großen erbaut. Hier liegt der Moldaufürst auch begraben. Gegenüber in einer Glasvitrine ruht der "Goldene Apfel", ein Symbol der UNESCU, die die Moldauklöster zum Weltkulturerbe erklärte. Freskenbemalung besitzt die Klosterkirche von Putna nicht, da sie nach Zerstörung des Originals, 1662 wieder aufgebaut wurde.

Die Kälte begleitet uns auch auf dem Heimweg innerhalb Rumäniens. In Viseu de Sus / Oberwischau bleiben wir 3 Tage, da wir mit der Wassertalbahn fahren wollen. Dieses Erlebnis ist einen besonderen Bericht wert, der allerdings erst in Kürze folgen wird. Eva wird nun auch noch krank und fährt die Etappen bis zu Julia und Walter geschwächt mit Fieber und unter dem Einfluss von Schmerz- bzw. Fiebermedikamenten. Da sich ihre Mutter im Krankenhaus befindet, gelingt es ihr nicht zur Ruhe zu kommen, erst bei unseren Freunden in Krapfenau geht sie zu einem Arzt und erholt sich wenigstens 2 Tage. Als Tribut an das kalte Wetter und dem Erlebnis mit der Wassertalbahn hat sie sich eine Harnwegsinfektion zugezogen.

 

Auf der folgenden Seite finden Sie noch einige nützliche Tipps für Touren durch Rumänien!

 

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