Fortsetzung:
| Weiter gings immer an der Nordseite der Hohen Tatra entlang, über
Nebenstrassen nach Walbrzych und weiter nach Lodzko. Dann hinein in die
Berge - aber leider blieb die Strasse doch meist im Tal. Die Wegweiser
konnte man - zumindest als Fremder - vergessen. Und da die Basemap im GPS
auch nicht so der Knalller ist, vor allem wenn man eigentlich
Nebenstrassen fahren will, reifte in mir der feste Entschluss, mir die
FUGAWI- oder QuoVadis-Software zuzulegen, mit denen man auch Papierkarten
einscannen und seine Routen so vorbereiten kann, denn dass es in
absehbarer Zeit eine Mapsource-Software für Polen und Tschechien geben
wird, ist eher anzuzweifeln.
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Gegen 7 dann kam ich auf dem
anvisierten Campingplatz auch an, die Belegung war nur mässig und die Übernachtung mit 6,- DM nicht
teuer. Abendessen sollte es eigentlich in der
Dorfkneipe geben, ich sass auch schon 10 min., bis die Kellnerin kam - aber
nicht zu mir. In der rechten Hand einen Aschenbecher, in der Linken eine
brennende Zigarette - kurzer Blick auf mich - und sie setzte sich an einen
Tisch, um zu Ende zu rauchen. Na gut, da bin ich denn eben wieder abgehauen von
diesem gastlichen Ort und hab mir eine der wohlweislich mitgenommenen Büchsen
(war wohl Jägersuppe) aufgemacht. Leider war auch kein deutscher Sender
reinzukriegen, weder in mein UKW-Radio nach in den LCD-Fernseher, so dass ich
noch nicht mal rauskriegen konnte, ob der Schumacher auf dem Hungaroring nun
endlich mal wieder gewinnen konnte ( inzwischen weiss ichs, er war 2., also auch
kein grosser Verlust, das Rennen nicht gesehen zu haben). D2-Funknetz war überall stabil, wenn
natürlich zu Hause keiner rangeht, nützt die beste
Funkversorgung nix. Jedenfalls reifte in diesen Stunden in mir der Entschluss,
an nächsten Tag nach Tschechien weiterzufahren, was ich dann nach einem letzten
Tankstop (ca. 1,50DM /l Normal) auch tat. An der Grenze in Richtung Tschechien
hatte sich eine schöne Schlange gebildet, und die Sonne brannte auch schon
recht nett auf meine schwarzen Lederklamotten. Nun hatte ich mir ja kein
Motorrad zugelegt, um mich hinten am Stau anzustellen, und auch hier konnte ich
einige Plätze gut machen, was mir eine Gesamtwartezeiit von nur 15 min
einbrachte. Die meisten Autofahrer hatten auch keine Probleme mit meiner
Durchschlängelei.
| Auf tschechischer Seite wieder Geldwechsel, misstrauisch wurde mein
Hunderter geprüft, schien aber als echt durchzugehen. Während die
polnische Währung mit 1:2 noch recht gut zu überblicken ist, muss man
bei der Krone mit ca. 1:18 schon ganz gut umrechnen. Die Versorgung mit
Tankstellen auch hier in Tschechien kein Problem, allerdings ist der Sprit
auch hier mit fast 2 DM ganz schön happig. Auch hier war die
Funktelefonversorgung nicht zu beklagen, von den hiesigen Netzbetreibern
wurden sogar deutschsprachige Begrüssungs-SMS mit den entsprechenden
Servicenummern geschickt. Mein nächstes Teilstück sollte über Trutnov,
Mlada Boleslav und Melnik in die Vororte von Prag gehen. Eine schöne
kurvige Strecke, im ersten Teil an einem Bach entlang in einem Tal ...
sehr idyllisch. |
| In der Ferne waren wieder die Berge zu sehen, diesmal aus südlicher Richtung. Aber so richtig in die Berge sollte es auch diesmal
nicht gehen, die Strassen liefen doch immer in einer Talsohle entlang. In
Trutnov ein kurzer Blick auf die Karte, aha, die B 16 (wahrscheinlich ist
das hier keine "B", aber vergleichbar) gehts weiter. Und plötzlich ein
Schild : ZOLL - hää?? Nochmal ein genauer Blick auf meine Position -
naja,
ganz schön dämlich gewesen. Die Strasse war so schön, und so idyllisch
und schlängelig, und die Namen klingen sowieso alle irgendwie gleich,
jedenfalls - das war wieder die polnische Grenze, nur ein anderer Übergang. Die Strassennummer in Trutnov war schon richtig gewesen, nur
leider nicht die Richtung. Naja, es war nicht weiter schlimm, 10 km schöne
schlängelige Strasse zurück, es fuhr sich wirklich schön, keine
nervigen Spitzkehren, man muss kein Streetfighter sein um hier gut durch
die Kurven zu kommen, und jetzt weiter in die richtige Richtung. Schon
jetzt fiel mir der Mangel an Motorrädern auf - gut es ist Mitten in der
Woche, aber doch herrliches Wetter.
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Die einheimischen Mopeds ,
Jawa 20, Jawa 50, Jawa Mustang, alle bestens bekannt aus meinen Jugendtagen (Mit
ner Jawa Mustang bin ich immer mit 55 Sachen die Autobahn von Leipzig nach
Dresden langgebrettert, das ging damals noch.) Aber grosse Motorräder - fast
Fehlanzeige. Dafür fahren die Autos doch deutlich schneller und "nicht
unrisikovoller" als in Polen, und auch Polizei ist hier deutlich mehr präsent
als dort.
| Über Mlada Boleslav ging es dann weiter auf der B 38 in Richtung
Ceska Lipa. Leicht welliges Land wechselte mit einzelnen höheren Bergen,
hie und da sah man auch eine Burg. Kurz vor Doksy machte mich dann eine
Schlängellinie auf der Karte auf ein vielversprechendes Stückchen
Strasse aufmerksam. Wenn auf einer 1:750 000 - Karte eine Strasse schon so
wellig dargestellt wird, dann lässt das was erwarten. Die Richtung nach
Melnik stimmte auch, also los. Und es war toll. In einer bewaldeten
Schlucht, von Felsen umgeben, schlängelte sich die schmale Strasse an
einem Bach entlang. Ein flüssiges Fahren war kein Problem, aber hinter
manchem Felseckchen musste man schon mit Gegenverkehr rechnen und auf der
Hut sein, denn breit war das Strässchen nicht. |
| Über Melnik gehts dann weiter auf der B9 in Richtung Prag, wo ich
dann kurz vor 6 in einem schönen Obstgarten, der als Campingplatz
ausgebaut war, mein Tagesziel erreichte. Der Platz lag mitten im Ort, von
der Strasse aus nur durch ein unscheinbares Schild zu erkennen. Von aussen
war die Rezeption nur durch eine Sprechanlage zu erreichen. Als sich das
Tor geöffnet hatte, führ man wirklich in einen etwas grösseren
Obstgarten, wo ich mein Zelt unter einem Apfelbaum aufbaute. Es waren
kaum Gäste da, was eigentlich verwundert, denn der Platz selbst ist von
der Lage her ideal für einen Pragtrip geeignet. Neben relativ neu
gebauten Sanitäranlagen sind hier auch noch etwa 20 Mietwohnungen zu
finden. Ich mietete mich für 2 Nächte ein, was mich knapp 25 DM kostete,
da ich für den nächsten Tag eine Pragbesichtigung geplant hatte. Aus
meiner Polen-Kneipenerfahrung schlau geworden öffnete ich mir gleich ein
Döschen und liess mir die Frühlingssuppe schmecken. Danach startete ich
noch eine Dorfbesichtigung zu Fuss, da sich die inzwischen zurückgelegten
ca 800km doch am Hintern bemerkbar machten. Zu guter Letzt stand ich halt
doch vor der Dorfkneipe, denn ein tschechisches Bierchen nach einem langen
Tag ist eben nicht zu verachten. Die Kneipe war voll. Der Fernseher lief -
DSF brachte Mattenskispringen.
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| Über die Tische hinweg war eine angeregte Unterhaltung im Gange.
Ich setzte mich an einen der Tische, da fragte der Wirt vom Tresen aus
auch schon in Zeichensprache PIVO? - ich brauchte nur zu nicken - wir
hatten uns verstanden. Keine Minute später stand der halbe Liter auch
schon da. Gespannt konnte ich der Unterhaltung jetzt folgen, es schienen
Brückenkonstrukteure zu sein. Einer malte immer einen grossen Bogen in
die Luft, was ein anderer mit einer geraden Linie konterte. |
| Verstehen konnte ich kein Wort, nicht weil die Unterhaltung tonlos geführt worden
wäre - im Gegenteil. Aber ich spreche nun mal nicht die
Landessprache. Es war jedenfalls hochinteressant und ich fühlte mich
wirklich wohl in dieser Atmosphäre. Per Fernabruf kam auch das 2. Bier,
und als ich die Frage nach einem 3. Halbliter verneinte konnte ich mich über eine Rechnung von 2 DM freuen. Dunkel konnte ich mich auch noch an
Zeiten erinnern, als ich in Deutschland 98 Pf für ein Bier zahlen musste,
ist aber schon über 10 Jahre her ;) Mit dieser positiven Erfahrung ging
ich zu Zelt, halbes Stündchen noch tschechisches Fernsehen, und der Tag
war gelaufen.
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| Am nächsten morgen dann dämmerte mir schon, warum hier so wenig
los ist: die Dorfstrasse scheint eine ziemlich wichtige Einfallsstrasse
nach Prag zu sein, und eine, wenn auch wenig genutzte, aber doch laute
Flugroute führt auch über den Platz. Am Abend vorher hatte der Nachbar,
der offensichtlich aus Deutschland eingeführte Schrottautos aufarbeitet,
mit seiner Flex schon für Stimmung gesorgt, und sein Hund hört
offensichtlich auch jeden Floh husten. Na gut, aber wenns nicht stört .... |
| Gut - der Weg ins Prager Zentrum war nicht schwer zu finden, alles
gut beschildert. Probleme bereitete mir allerdings das Parken. Nicht, dass
es keine breiten Bürgersteige gegeben hätte, aber wird das Parken auf
dem Fussweg hier auch so toleriert wie bei uns? Ich stellte mich dann nach
einigen Einführungsrunden neben eine einheimische 250er Jawa, in der
Hoffnung, dass das schon Rechtens wäre. Bisher gabs auch noch keine
Zahlungsaufforderung.
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| Die Sonne brannte auch heute wieder knallig herunter, und ich
konnte im Laufe des Tages einige Bier, später Fanta, in den vielen
kleinen Freiluftkneipen in mir verdunsten lassen. Meine Marschroute zu
beschreiben verkneife ich mir, es sind aber doch einige Meterchen zu Fuss
zusammengekommen. Die Touristenströme scheinen hier sowieso unsichtbaren
Schienen zu folgen, Wenzelsplatz - Altstadtgässchen - Karlsbrücke -
Hradschin und zurück. Es gibt ein wirklich pulsierendes Leben hier im
Zentrum, man spürt schon den Hauch der Weltstadt. Hier übrigens ein
Prager Jungmanager bei der Mittagspause auf dem Wenzelsplatz, einen HotDog
kauend |
So einfach die Hinfahrt, so
kompliziert die Rückfahrt, hier hilft kein GPS. Die engen Häuserschluchten,
das Labyrinth aus engen Einbahnstrassen - bis man auf die Hauptroute zurückgefunden hat ist man einige Ehrenrunden gefahren. Aber logischerweise
gehts irgendwie doch raus, und ich fand zu meiner Kneipe zurück. Der gleiche
Personenkreis wie am Vortag, nur schienen es heute von der Gestik her eher Höhlenforscher zu sein. Diesmal stand mein Bier schon fast vor mir auf dem
Tisch und auch das 2. kam ohne Anforderung. Die Frage nach dem 3. Glas verneinte
ich auch heute, nahm noch ein paar Chips mit und verzog mich, reichlich
pflastermüde, in mein Zelt. Pünktlich um 7 kam auch die Schraubercrew meines
Nachbarn wieder an, und die inzwischen schon bekannte Geräuschkulisse war
wieder komplett.
| Am nächsten morgen ging es gegen halb 9 los in Richtung
Deutschland, über Melnik in der Elbniederung entlang, mal die Hügel
hoch, mal runter. Hier kommt auch der Hopfen für das Bier her. Auf dem Stückchen Weg von Prag bis an die Grenze habe ich 3 Radarfallen
zählen können, scheint ein einträgliches Geschäft zu sein. Dafür standen dann
auf dem letzten Stück zwischen Teplice und der Grenze ne ganze Menge
nette Mädchen, die den ausreisenden und vielleicht sogar geblitzten
Touristen zu Trost noch mal zuwinken. Na, ich wurde zwar nicht geblitzt,
aber ich hab natürlich trotzdem freundlich zurückgewinkt - logo.
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| Die Ausreise ging recht flott, auf der Gegenseite war die Schlange grösser, und ich konnte nach kurzer Zeit die Nordseite des Erzgebirges
hinunterschlängeln. Mein nächstes Ziel war der Harz, wo ich noch einige
Kurven fahren wollte. Kurz vor Dippoldiswalde also auf die B 171 abgebogen
und über schön gewundene Wege, nicht nur nach rechts und links, sondern
auch nach oben und unten, immer an der Nordseite des Erzgebirges entlang.
Bei Sayda dann runter von der B und in Richtung Freiberg weiter.
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| Hier bekam ich auch erstmals die eigenwillige
Geschwindigkeitsbeschilderung der hiesigen Bergvölker mit: Auf einer
Strecke, bei der ich schon auf 40 abgebremst hatte, wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit 80 festgelegt - die Kurventechnik der Hiesigen
scheint doch weit ausgefeilter als die der Flachländler.
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| Über Mittweida, Altenburg, Naumburg und Kölleda gings in Richtung
Kyffhäuser. Das Hoch und Runter machte wieder mächtig Spass, auch hier
wieder Bergbeschilderung ( Ich:30 Baustellenschild:70 ). Bei Stolberg fiel
ich dann in den Harz ein, und auch hier wieder: Auf einer Strecke, die für LKW gesperrt war, wegen zu enger Strasse, gabs wirklich eine
Geschwindigkeitsbegrenzung ... auf 100 ! Da schon einige Kilometer
zusammengekommen waren, sah ich mich nach einem geeigneten Campingplatz
um. Und hier begann der Frust. Der 1. Platz bei Strassberg: " Nö, wir
nehmen keine Zeltler mehr auf, nur Caravans, wegen der Sanitäranlagen.
Aber 3 km weiter am Birnbaumteich - da isses kein Problem. Na gut, 3km
sind wirklich kein Problem, und so kam ich am Campingpark (Campingplätze
gibts ja kaum noch) Grosser Birnbaumteich an. Sah gut aus, neues
Rezeptionsgebäude im Blockhausstil, gepflasterter Parkplatz,
Schrankenanlage. Also rein, Tür auf... nee. Nicht Tür auf, geöffnet bis
17.30 Uhr, und ich wollte erst 19.00 Uhr ( Nachtschwärmer der ich bin )
einen Platz. Aber für alle später Ankommenden war ja servicemässigerweise ne Handynummer angegeben, heutzutage hat ja auch
jeder Camper ein Handy mit. Na, ich hatte eins, und so konnte ich also
anrufen und um Einlass begehren. Ja schon, nur der Teilnehmer war vorübergehend leider nicht erreichbar.
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Toll, gibt ja noch mehr Plätze. 3. Versuch bei
Friedrichsbrunn. Der Zeltplatz entpuppte sich als Bungalowsiedlung mit
Zeltwiese, der Betreiber zeigte mir auch den Platz an dem ich aufbauen und
"niemanden stören" könne. Als ich dann aber mit dem Bike dahin fahren wollte,
begann das Problem: Obwohl meine Virago und ich zusammen sicher nicht mehr Kilo
auf die Waage bringen als ein gutgenährtes Mittelstandsehepaar (sorry), hätte
ich die Wege kaputtfahren können. Und das Motorrad muss auf dem Waldparkplatz
stehen. Naja, wenn ich auf Tour mit dem Zelt bin dann schläft mein Bike da wo
auch ich schlafe. Also Pferde gesattelt, den Harz für die nächsten 10 Jahre
als Campingziel abgehakt und ab in Richtung Heimat, in der Hoffnung, doch noch
am Wegesrand einen Campingplatz zu finden. War ne trügerische Hoffnung und so
gegen halb 10 in dunkler Nacht übermannte mich kurz vor Koethen der
Hunger.
| In einer Dorfkneipe konnte ich mir ein Holzhackersteak
einverleiben, und als ich mir beim Wirt den Frust von der Seele geredet
hatte sagte der, dass man am Dorfsportplatz ganz gut mal eine Nacht zelten
könne. Allerdings solle ich erst mal die Strasse langfahren, wenn da auffällig viele Autos stehen, dann ist da gerade Drogentreff - munkelt
man. War wohl gerade nicht, und in stockdunkler Nacht konnte ich mein Zelt
aufbauen, was mir dank der vorangegangenen Trainingsaufbauten bei
Tageslicht auch gut gelang. Die Raubmücken und die fortgeschrittene Zeit
trieben mich auch gleich in meinen Schlafsack. Der nächste Morgen in der
Wildnis konnte mich nicht schrecken, ich hatte ja alles mit: Gaskocher,
Kaffee, Zucker, Kuchen... aber leider keine Wasserflasche. War also doch
nix mit gemütlich im Morgentau frühstuecken - das Gesicht zum
munterwerden einfach mal durch das feuchte Gras gezogen und ab.
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| An der nächsten Tankstelle, tanken war sowieso mal wieder dran, gönnte ich mir dann meinen Morgenkaffee und warf mir eine Handvoll Wasser
ins Gesicht, für den letzten Tag reichte diese Morgentoilette allemal
aus. Da der Harz ja nun ausgefallen war, plante ich meine Tour etwas um,
durch die Dübener Heide. |
| Da lag natürlich nahe, einen Abstecher über Ferropoldis, der
Stadt aus Stahl mit seinen Tagebaulöchern
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| und als Gegensatz dazu den Woerlitzer Park zu machen. Auf dem Wege
dahin ist die Gegend um Bitterfeld von Wiesen, Weiden, Windmühlen und
langen geraden Strassen geprägt. |
| Im Gasthof Oppin an der B2, wo der gutgelaunte Chef selbst
servierte, nahm ich meine letzte mobile Malzeit ein.
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| Dann gings mit der Elbfähre (bei Nachfahren des Tracks bitte
beachten, die Strasse ist hier durch Wasser unterbrochen!) in Richtung
Jessen und weiter Wittenberg. |
| Auf diesem letzten Stück gabs dann noch ein tolles Unwetter, vor
dem ich mich allerdings noch rechtzeitig in eine Bushaltestelle retten
konnte. Einige Kilometer weiter hatte ein vom Sturm heruntergerissener Ast
ein Auto eingebeult, der Stau war ganz schön lang.
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| Noch ein Stück weiter lag eine 5 cm dicke grün-braune Schmiere
Kilometerweit auf der Strasse, wenn nicht schon ein paar LKW eine Spur
gefahren hätten wäre hier für ein Zweirad kein Weiterkommen mehr
gewesen. Das nasse Zeug auf der warmen Strasse erzeugte einen Nebel, dass
man die Hand vor Augen kaum noch sah. Als ich dann bei Treuenbrietzen
endlich durch war, die Sonne wieder schien, gönnte ich mir noch ein
Softeis und konnte die letzten Kilometer Richtung Badewanne ohne weitere
Zwischenfälle zurücklegen. |
Es waren 1600
km in relativer Freiheit, und spätestens nächstes Jahr werde ich mir eine
solche Woche wieder gönnen. Wenn man halbwegs Glück mit dem Wetter hat dann
ist das ein phantastisches Soft-Adventure-Erlebnis.
30.August 2000
Weitere Tourenbeschreibungen von Frank Schmidt hier: http://www.pmc-berlin.de/gps/index.htm
E-Mail:
webmaster@pmc-berlin.de
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