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Urlaubstour
durch Polen und Tschechien

Von Frank Schmidt



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Eigentlich wars ja ganz anders geplant: 2 Wochen Campingurlaub mit Frau und Enkel, dann eine Woche Bikerurlaub zur Erholung - vom Enkel ... allein. Leider musste die Reihenfolge gewechselt werden, schade, den Enkelerholungsurlaub hätte ich brauchen können. Aber gut, muss auch so gehen, also Polo-Rolle gepackt, Zelt geschnürt, alles hinten auf dem Soziussitz festgezurrt und ab - Route 66. Meine Route 66 lag allerdings nicht im WESTEN der STAATEN, sondern im Osten -- Polen und Tschechien, war ja nur ne knappe Woche Zeit. Aber die Route 66 steht ja auch nicht unbedingt für ne geografische Längen und Breitenangabe, sondern in erster Linie für das Gefühl von Freiheit und Abenteuer - und das haben nicht nur HARLEY-Fahrer für sich gepachtet, sondern auch so manch anderer Biker, auch auf Yamaha-Virago. Los gings also Sonntag früh gegen 9, bis zur polnischen Grenze war die Tour im GPS gespeichert, danach gings mangels Fugawi im Freestyle weiter, das GPS gab die groben Werte vor, und die Feinheiten wurden dann vor Ort entschieden. Klar, in ner Gruppe zu fahren hat natürlich unbestritten auch seine Reize, aber wenn man allein ist muss man auch niemanden fragen: fahrn wir rechts oder links, gehn wir zu McDonalds oder zu BurgerKing. 

 

Die Verkehrslage war ruhig, kaum Verkehr auf meiner Strecke. Ein paar Rallye-Monte-Lugau- Rückkehrer mit ihren Schwalben auf dem PKW-Hänger begegneten mir, gegen 11 Uhr stand ich bei Senftenberg dann am ersten Braunkohlenloch. Später sollten mir noch mehr begegnen, und immer wieder üben diese gefluteten Löcher ihren Reiz auf mich aus - eine recht wilde Landschaft, spärlich bewachsen mit ein paar jungen Birken, schroffe Abhänge und eine grosse Wasserfläche - ein faszinierender Anblick. Aber nicht weiter aufgehalten, ich will ja weg aus Deutschland. Einen kleinen Übergang südlich von Weisswasser hatte ich mir ausgesucht, eine gute Wahl, ich war der Einzige, der Raus wollte. Hinter der Grenze die üblichen Händlerstände, interessierte mich aber weniger, ich wollte nur etwas Kohle wechseln, 50,- DM sollten fürs Erste reichen - taten sie dann auch.

 

Zurück also auf die Landstrasse, erst in Richtung Boleslawiec und dann weiter in Richtung Jelenia Gora. Die ersten 20 km waren weniger geeignet für mein Shopperlein, hier hätte eine Enduro sicher bessere Dienste geleistet, die Strassen waren grässlich. Dann besserte sich die Lage allerdings merklich, und ich kam gut auf den Asphaltpisten voran. Aufgefallen ist mir, dass in Polen offensichtlich allgemein recht langsam gefahren wird, auch Autos die schneller hätten fahren können fuhren recht verhalten (Ausnahmen bestätigen die Regel). Auch Polizei konnte ich auf meiner Fahrt so gut wie nicht sehen. In den meisten Ortschaften war die Höchstgeschwindigkeit auf 40km/h begrenzt, hoffentlich fahren nicht allzuviele GRÜNE mit dem Auto hierher und bringen das als Beitrag zur Völkerverständigung mit zu uns.

Allerdings fiel mir die doch recht hohe Zahl an Bikern auf, die mir entgegenkamen, zum Teil auch auf recht schweren Maschinen. An einem Bratwurststand kurz vor Jelenia Gora erfuhr ich dann auch den Grund: hier hatte an diesem Wochenende ein grosses Bikertreffen stattgefunden - mit Flugshow und Autoverbrennung - schade, hätte ich mir auch mal angesehen. Der Bikergruss ist hier auch bekannt, Jeder grüsst Jeden, und das nicht nur mit laschem Fingerheben sondern mit z.T. recht intensivem Winken.

 

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