| Auch hier in Schweden sind wir auf der
Autobahn geblieben und erreichten so gegen 15:30 Uhr Göteborg. Dort die
erste Übernachtung und um 7:00 Uhr am nächsten Morgen wieder der
Aufbruch. Diesmal bei starkem Nebel und doch erheblich kühler wie am
Vortag. Die Fahrt war sehr unangenehm, der Nebel schlug sich auf dem
Visier nieder und konnte kaum etwas sehen. Erst gegen 9:00 Uhr klarte es
auf, und es wurde ein herrlicher Sonnentag. Um 10:00 Uhr ging unsere
Fähre von Strömstaad nach Sandefjord in Norwegen. Sonderpreis für
Motorradgruppe pro Person DM ca. 25,-- für die einfache Fahrt.
Nun ging es auf gut ausgebauten Straßen nach Larvik, leider immer nur
60 km/h, da auf der ganzen Strecke eine Geschwindigkeitsbegrenzung besteht
und zu allem Überfluss auch ein Überholverbot. Also brauchten wir für
ca. 30km ungefähr eine Stunde. Nach Larvik wurde das fahren besser. Pausen
nur alle 150 - 180 km, was eigentlich doch sehr lang ist, brachten uns
aber scheinbar unserem Ziel nicht viel näher. Zum Glück blieb uns das
Wetter aber hold. Da es ein Sonntag war, kamen uns unheimlich viele
Motorradfahrer unterhalb des Haukelifjells entgegen. Als wir dann auf der
Strecke waren, wussten wir auch warum. Eine superausgebaute Straße
durchzog das Tal hinauf zum Fjell. Kurven über Kurven, die aber mit guter
Geschwindigkeit zu fahren sind, neben der Straße ein Fluss, manchmal ein See,
ringsum bewaldete Berge und grüne Wiesen mit den typischen roten
Häusern. Zig Kilometer schraubte sich die fast unmerklich Straße in die
Höhe, als der erste Tunnel vor uns lag. Die Landschaft hatte sich
geändert, nur noch mannshohe Birken, die vom Wind in eine Richtung
gedrückt schienen, wenig Gras, viele Moose und rundgeschliffene Steine.
Durch
den Tunnel durch und gegen die Sonne herausgefahren, befand man sich
plötzlich in einer anderen Welt. Schneeplatten auf den. Hängen
nur Gräser und Moose. Kein Baum, kein Strauch, Seen in der Mitte, rechts und
links hohe Berge. Hier kann man sich gut die nordische Götter- und
Sagenwelt vorstellen. Die schwere Musik von Edward Grieg, dann fehlen nur
noch die Elfen und Kobolde und man versinkt in einer Landschaft aus Traum
und Wirklichkeit |
Haukelifjell
Kilometerlang zieht sich die Straße in der Mitte des Tales entlang,
teilweise über Brücken über Seen und Flussläufe. Man ist mit sich und
der Maschine und dieser grandiosen Landschaft allein und denkt immer es
möchte gar nicht aufhören. Aber auch dieses Tal hat ein Ende.
Eingeschlossen von schroffen Gebirgen erreichen wir den Ausgang des Fjell,
natürlich durch mehrere Tunnel. Jeder Tunnelausgang bringt neue
unheimlich schöne Landschaften mit sich, von grünen Tälern sanft und
mild bis zu felsigen Einschnitten mit Schneebrettern. Durch eine sehr
liebliche Landschaft, vergleichbar mit dem Allgäu geht es plötzlich in
Serpentinen bergab. Wir erreichen den Akrafjord ein schroffer Seitenarm
des Hardangerfjord. Es ist inzwischen schon Abend geworden und wir haben
noch ein Gutteil Strecke zu fahren. Inzwischen ist die Euphorie der
Ernüchterung über das Gesäß bei mir gewichen. Durch einen weiteren
Tunnel hindurch sehen plötzlich einen riesigen Wasserfall. Links hunderte
von Metern hoch stürzen sich die Wassermassen direkt in den Fjord.
Nachdem wir unsere Maut entrichtet hatten, erreichen wir einen Parkplatz
direkt vor der Brücke über den Wasserfall. Wir steigen ein vorletztes mal
ab.
Es ist so
grandios, dass ich mein schmerzendes Hinterteil vergesse. So aufgemuntert
machen wir uns auf die letzten Kilometer zum Haus. Hier schlängelt sich
die Straße direkt am Hang über dem Fjord entlang. Der Blick in die fast
untergehende Sonne auf das Wasser und die umliegenden Berge entschädigt
ein weiteres mal für die Strapazen des Tages. So erreichen wir unser Haus
gegen 19:30 Uhr. |
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