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Den Weg ein Stück zurück zweigt ein Weg nach Marina di Arbus ab. Schon nach wenigen Metern ist hier ein kleiner Bach zu durchqueren. Für die BMW nicht problematisch. Weiter geht der Schotterweg entlang dem kleinen Bachlauf, der hier erst ein rotes und schließlich leuchtend orangefarbenes Bachbett hat. Es geht auf der abenteuerlichen Geländepiste recht steil bergauf und bergab. Ein Stückchen weiter muss der Bach noch einmal durchquert werden. Nach insgesamt 8 Km wird der Schotterweg wieder zu einer festen Straße. Diese verläuft eine Weile am tiefblauen Meer entlang, dann ging es ab nach Montevecchio und Abus. Manchmal ragen aus der Macchia auf den Bergrücken die Ruinen der alten Minen heraus. Man sieht den Gipfel des Arcentu, ein gewaltiges Bergmassiv vulkanischen Ur­sprungs. Irgendwo im Nirgendwo stehen die verlassenen und zerfallenen Häuserblocks der Minenarbeiter. Von Abus ging es die SS 126 hinunter. Die Straße windet sich am Berg entlang, aus dem sie teilweise herausgesprengt wurde. Der Berg wird nun mühsam mit Maschendraht im Zaun gehalten.

Die ganzen Dörfer und Städte sind nachmittags wie ausgestorben. Alle Läden haben zu; kein Mensch auf der Straße. Wären Bürgersteige da, wären diese hochgeklappt. Iglesias ist eine große Stadt mit vielen mehrgeschossigen Mietshäusern. Trotzdem ist die Stadt am Nachmittag wie ausgestorben.

Auf dem Weg zum nächsten Campingplatz fuhren wir die SS 126 Richtung Norden. Da diese Straße ab Guspini nur geradeaus ging und landschaftlich wenig reizvoll war, haben wir einen Umweg am Rande des Gesturi-Gebirges gemacht, wo es in gemütlichen Kurven voranging. Die Luft roch oft sehr würzig. Von Siapiccia bis Fordongianus wurde die Straße bebaut, deshalb mussten wir 12 Km Schotterpiste fahren. Da Dirk vorweg fuhr, bin ich hinter ihm stark eingestaubt. Nach den 12 Km waren wir beide froh, wieder festen Asphalt unter den Rädern zu haben. Es war doch sehr anstrengend. In Fordongianos haben wir uns erst eine Erfrischung gegönnt, bevor wir zu den Thermen Romana und den schwefelhaltigen Quellen fuhren. Hier stehen noch die Ruinen der römischen Thermen, leider eingezäunt. Links daneben ist ein kleines steinernes Becken, in das das Wasser fließt und wo die Frauen des Dorfes noch heute ihre Wäsche waschen. Das Wasser ist so heiß, dass man gerade noch die Hand rein halten kann.

Weiter ging es über Santu Lussurgiu nach Cuglieri. Da waren viele kleine Fliegen in der Luft - es klackte es auf dem Visier als würde es regnen. Nach kurzer Zeit führte die Straße durch einen angenehm schattigen Wald, später gab es einige Kehren. Weiter Richtung Bosa, dann in Turas auf den Campingplatz.

Bosa ist wie eine typische toskanische Stadt. Reizende schmale Gassen mit kleinen Läden, nette Häuser; durch die Stadt fließt ein Fluss. Erst vor kurzem wurde Bosa von den Touristen entdeckt - und das sieht man auch. Überall wird gebaut und man rüstet sich für größere Touristenanstürme.

Von Bosa nach Alghero führt eine kurvige Küsten-Panoramastraße. Auf der einen Seite das tiefblaue Meer, mit vielen kleinen Buchten oder wilden Steilküsten - auf der anderen Seite blühende Berghänge – wunderschön. Alghero ist eine größere, historische Stadt mit großem Hafen. Hinter Alghero führen kleinere Straßen weiter nördlich zum Capo Caccia, wo die Grotta di Nettuno (Neptungrotte) ist. Eine Treppe (Rehtreppe) mit über 600 Stufen führt an der senkrechten Klippe hinunter zum Höhleneingang, der auf Meereshöhe liegt.

Der Eingangsbereich liegt im Halbdunkel und irgendwie schimmert alles grün und blau. Der Eintritt mit Führung kostet 10 Euro, die Führungen finden stündlich statt.

Die Neptungrotte ist sehr groß; ein großer Teil des Bodens unter Wasser. Viele riesige Tropfsteinformationen: eine Wand sieht aus wie eine große Orgel mit vielen Pfeifen; ein Stalagmit hat die Form eines Weihnachtsbaumes; usw. An einer Stelle sind kleine Stalagtiten von der Decke in alle Richtungen, sogar aufwärts gegen die Schwerkraft gewachsen. Keiner weiß, wie und warum. Beim Aufstieg zum Parkplatz wurden wir von Möwen beschissen.

Bei Torralba besichtigten wir die Nuragenfestung St. Antiene, die so genannte Königsnurage. Dies ist eine Anlage aus Basaltquadern mit drei Ecktürmen, die durch Wehrgänge miteinander verbunden sind und einem großen Mittelturm, von dem noch zwei Stockwerke erhalten sind. Eine gefährliche Wendeltreppe führt hinauf in den ersten Stock. Leider wird ca. ¼ der Anlage gerade restauriert, so auch der zweite Stock des Turmes mit der Aussichtsplattform.

 

Auf der SS 131 ging es weiter nach Norden. Die Straße ist wie eine Autobahn; zweispurig in jede Richtung mit getrennten Fahrbahnen. Hier rollt auch viel Güterverkehr. Direkt an der SS 597 liegt die Kirche Trinitita de Saccargia, die mit den schwarz/weißen Steinen sehr hübsch ist. Rund um die Kirche lag leider viel Müll rum. Eintritt: 2,50 Euro.

Auf der S 597 fuhren wir weiter und bogen bei Chiaramonti auf die S 132 ab, die auch endlich wieder einige Kurven aufweist. In Chiaramonti fuhr eine Polizistin auf einem Roller mit Blaulicht auf dem Topcase. Da die Straße von Sedini nach Castelsardo und damit zu dem berühmten Elefantenfelsen gesperrt war, haben wir auf diesen verzichtet und sind statt dessen eine schmale Straße Richtung Valledoria gefahren. Wir kamen auf die teilweise kurvige SP 90, die parallel zur Westküste verläuft. Manchmal sieht man das Meer und die roten Felsen von Isola Rossa. An der Straße selbst ist kaum ein Ort, man muss die kleinen Stichstraßen Richtung Küste nehmen. Weit nördlich sind mehrere Campingplätze. Wir haben uns für Marina delle Rosse entschieden. Es sind Terrassen angelegt; viele große Pinien spenden kühlen Schatten. Das Gelände ist etwas schwierig fürs Motorrad. Sanitäre Anlagen sind reichlich vorhanden.

 

Mit der BMW fuhren wir zum Capo Testa: eine bizarre Steinlandschaft. Hier gibt es eigenartig verwitterte Steine in den unmöglichsten Formen. Mit ein bisschen Phantasie kann man Tiere, Gnome, Köpfe und alles Mögliche erkennen.

 

Anschließend fuhren wir über die Hauptstraße mit viel Verkehr nach Palau zum Capo d’Orso. Der Parkplatz am Ende der Straße kostet 1 Euro. Ein steinerner Weg führt hinauf zu dem Felsen, der angeblich wie ein großer Bär aussehen soll. Ich sah keinen Bären. Es ist ein großer, nach vorn offener, ausgehöhlter Stein, der einen schattigen Überhang bildet. Korsika ist in der Ferne im Dunst so gerade noch auszumachen.

Am letzten Tag auf Sardinien sind wir an die Costa Smeralda gefahren. Auf der S 133 b herrscht recht viel Verkehr. Hinter Arzachena haben wir eine kleine Straße Richtung Küste genommen. Es war sehr windig dort. Im Norden sind an den Straßen sehr viele Hinweisschilder für Restaurants, Hotels, Pizzerien u. ä. Dazwischen sieht die Gegend aber manchmal etwas verwahrlost aus. Es scheint, als hätte die Costa Smeralda ihre Blütezeit bereits hinter sich. Die Straße führt am Rande der Hügel, selten am Wasser, in wenigen Kurven entlang. Meist sind 50 km/h-Zonen und man muß sich in die Autokolonne einreihen.

Abends sind wir mit der Fähre wieder nach Livorno gefahren und von dort über die Alpen nach Hause. Aber das ist eine andere Geschichte ….

 

 

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