
Unser
Ausgangspunkt liegt westlich Ventimiglias, fast an der
französischen Grenze. Hier erwarten uns die Hanbury Gärten, ein
ganz besonderes Paradies. Thomas Hanbury, in jungen Jahren ein
kärglich besoldeter Buchhalter, kündigte 1853 seinen Job und
brach mit geliehenem Geld aus Abenteuerlust nach Shanghai und
China auf, nicht ahnend, daß dies der Beginn einer
außergewöhnlichen Handelskarriere mit Seide und Tee werden
sollte, die ihm schließlich auch den Adelstitel einbringen
sollte. 1866 kehrte Thomas Hanbury als gemachter Mann nach
England zurück, beschloss aber aufgrund des regnerischen Wetters
den Umzug an Italiens Riviera und fand dort an der Grenze zu
Frankreich sein Traumgrundstück.
Sir Thomas Hanbury legte zusammen mit seinem als Pharmazeuten
ausgebildeten Bruder Daniel einen Garten an, der an der gesamten
italienischen Riviera seinesgleichen sucht.
1889
wuchsen dort 2500, 1912 5800 Pflanzenarten aus allen
Kontinenten. Ermöglicht wurde dieses Paradies durch das
ausgesprochen milde Klima der Riviera, wobei das Mittelmeer als
ausgesprochener Klimapuffer dafür sorgt, daß die Temperaturen im
Winter mild, im Sommer nicht allzu heiß geraten. Die hohen Berge
direkt hinter der Küste aufragend, halten scharfe Winde und
Kälte vom Alpenraum her ab, so daß die Vegetation hier
außergewöhnlich günstige Bedingungen findet. Thomas Hanbury
starb 1907 und wurde seinem Willen entsprechend im Mausoleum im
Garten begraben. 1944 gerieten die Hanbury Gärten leider in die
Frontlinie, deutsche Soldaten hoben hier Schützengräben aus und
die Alliierten beschossen das Gelände von der Seeseite her.
Notdürftig stellten die Erben nach Kriegsende die Gärten wieder
her, aber bis zur Übergabe des Geländes an das botanische
Institut der Universität Genua im Jahre 1987 konnte die alte
Pracht zunächst nicht mehr wieder hergestellt werden.
Seither konnten die Gärten weitgehend wieder restauriert und
in ihrer ursprünglichen Form dem Besucher zugänglich gemacht
werden. Tropische Vegetation und einheimische Gewächse bieten
ein buntes und lebendiges Gartenbild, das seinesgleichen sucht.
Ein Paradies für Sehende - und für Geruchsmenschen.

Das Mausoleum in den Hanbury Gärten

Die Hanbury Villa

weiter
zurück zur Übersicht
Ligurien - Piemont