Deutschland Europa Asien Übersee Kleinanzeigen Bikerinfos Links Impressum Homepage


Am nächsten Tag dann weiter Richtung Ungarn. Die Straße bis zur Ungarischen Grenze ist nagelneu und so kommt man flott voran. Das Stück nach der Grenze bis Budapest zieht sich allerdings. Ich habe gedacht ich falle vor Langeweile und mühsamen Überholmanövern von meiner Mühle. Die Straße ist einspurig und voller LKWs. Kurz vor Budapest fängt dann die Autobahn an und der Rest geht dann verhältnismäßig schnell. So bin ich dann auch noch bis nach Österreich durchgefahren und habe am Neusiedlersee auf einem Zeltplatz übernachtet. Zuvor hatte ich festgestellt, das Ungarn auch nicht mehr gerade günstig ist, also warum hier übernachten wenn es noch früh am Nachmittag ist.

Von hier an muss sich dann eh jeder seine eigene Weiterfahrt aussuchen, also erspare ich euch den Rest meiner Tour.

Ein paar allgemeine Dinge zu Griechenland möchte ich aber noch loswerden.

Benzin/Tankstellen: Sprit kostet in Griechenland ein gutes Drittel weniger wie in Deutschland und Tankstellen gibt es reichlich.

Übernachtungsmöglichkeiten/Zeltplätze: Wer nicht gerade in der Hochsaison unterwegs ist, findet ohne Reservierung in jedem Dorf eine günstiges Zimmer oder Apartment. Die Zeltplätze sind meist sehr gediegen und überwiegend von Dauercampern genutzt. Sie liegen eigentlich immer sehr schön und sind noch richtig günstig. Wo gibt’s denn heute noch einen Zeltplatz für ein Zelt und einer Person für 10 Euro? Gut, Duschwasser wird meist solarbeheizt und ist daher nicht immer ausreichend. Da nachts bekanntlich keine Sonne scheint, sollte man lieber abends duschen aber nach der Fahrerei macht ihr das wahrscheinlich eh.

Straßen: Die Straßen sind allgemein in gutem Zustand. Manchmal durch die extreme Sonne und den wenigen Regen sehr glatt und man sollte auf scharfe Kurven gefasst sein. Lasst also noch ein bisschen Reserve wenn ihr die Strecke nicht kennt. In den Bergen gibt es viele Ziegen und Kuhherden die entweder selbst auf der Straße umherlaufen oder ihre Spuren hinterlassen haben. Beschilderungen sind immer ausreichend wenn auch nicht immer in englischer Schreibweise. Selbst mit griechischer Karte kann man manchmal verzweifeln, denn auch im Griechischen gibt es unterschiedliche Schreibweisen und so kommt es häufig vor, dass man die Namen auf den Schildern nicht in der Karte findet. In diesem Zusammenhang kann ich nur eine gute Karte empfehlen. Ich rate zu den Gebietskarten von Road Edition. Das Cover ist in altrosa gehalten und man muss ein bisschen suchen um sie zu finden. Die Karten wurden in Zusammenarbeit mit der Kartografischen Abteilung des griechischen Militärs entwickelt und beinhalten nicht nur jeden kleinsten Weg, sondern auch exakte Entfernungen zwischen den Kreuzungen. So kann man auch mit Hilfe des Kilometerzählers die Strecke auf der Karte nachvollziehen und in welche Richtung man an Kreuzungen abbiegen sollte.

Land und Leute: Ich habe die Griechen als sehr nette, hilfsbereite und gastfreundliche Menschen kennen und lieben gelernt. Ich war zwar alleine unterwegs, habe mich aber nie alleine gefühlt. Ich wurde in Tavernen von anderen Gästen gebeten mich zu ihnen zu gesellen, Einwohner haben mich auf einen Kaffee zu sich nach Hause eingeladen und wie spätestens seit dem Film „My Big Fat Greek Wedding“ bekannt, spielt in Griechenland das gemeinsame Essen eine zentrale Rolle. Wundert euch daher nicht, wenn ihr, nachdem ihr euch einer Gruppe angeschlossen habt, erst mal was zu Essen hingestellt bekommt. Es macht auch wenig Sinn diese Einladungen aus Freundlichkeit auszuschlagen. Revanchiert euch lieber, indem ihr einen Nachtisch für alle mitbringt oder bestellt. Aber ja nicht abgezählt auf die Anzahl der Personen. Erstens weis keiner, wer noch alles kommt und zweitens wird Essen immer im Überfluss angeboten.
Trotz der langen Tour habe ich logischerweise bei weitem noch nicht alles gesehen oder kennen gelernt. Ich habe aber Griechenland als ein wunderschönes und abwechslungsreiches Land kennen gelernt. Sowohl die Vegetation als auch die Landschaft kann sehr unterschiedlich sein. Die Berge sind meist dicht bewaldet und eigentlich denen unserer Breitengraden sehr ähnlich. Es ist auch merklich kühler, was natürlich im Sommer eine willkommene Abwechslung ist. Die Küste überwiegend karg und felsig.

Ich beneide euch jetzt schon, wenn ihr euch dazu entschließt nach Griechenland zu fahren, denn es ist ein wunderschönes Land und die Tour hat mir riesigen Spaß gemacht. Ich kann sie nur jedem empfehlen. Solltet ihr noch Fragen haben, könnt ihr mich auch gerne über meine Webseite www.imara.de kontaktieren.

Gute Fahrt

Carsten Schmidt

zurück zum Index

 

zurück