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Rocamadour – Beynac – Domme

Unsere erste Tour führt uns etwas außerhalb des Departements der Dordogne nach Rocamadour, einem malerisch gelegenen mittelalterlichen Städtchen westlich von Peyrac. Die Landstraße nach Rocamadour ist in unserer Michelinkarte durchgängig grün gekennzeichnet und verspricht keineswegs zuviel. Es macht richtig Spaß hier auf zwei Rädern die Gegend zu erkunden, zum Heizen viel zu schade, auch wenn die Kurven dazu einladen. Mitunter allerdings sind die Landstraßen in einem nicht unbedingt guten Zustand, so dass eine gewisse Vorsicht durchaus auch angebracht ist. Rocamadour selbst liegt inmitten des Hoch-Quercy an einem 150 Meter hohen Felsen angeklebt und geht auf das 1. Viertel des 11. Jahrhunderts zurück. Die 216 Stufen der Treppe von Rocamadour waren für die Pilger die erste Stufe der Buße, auf den Knien mühsam heraufrutschend, sollte so der Buße Genüge getan werden. Wir ziehen es vor die Stufen auf "normale Weise" zu nehmen, was angesichts der mittlerweile hochsommerlichen Temperaturen auch eher angesagt ist.

Neben dem Bischofspalast zählen wir insgesamt sieben Kirchen und Kapellen, was für ein derart kleines Örtchen fast einen Weltrekord bedeuten dürfte. Nicht ohne Grund gilt Rocamadour als einer der bedeutenden Wallfahrtsorte Frankreichs.

In den Sommermonaten macht sich hier jedoch der Tourismus recht negativ bemerkbar, Rocamadour ist schlicht überfüllt und wir bedauern, nicht im Herbst oder Frühjahr, außerhalb der Hauptreisezeit, hierher gekommen zu sein.

Apropos Tourismus: Auch wenn in den touristischen Hochburgen der Dordogne und des Perigord recht viel los ist, so hat man andererseits doch das Gefühl, dass sich die Menge auch wieder recht gut verläuft. Außerhalb der Zentren fanden wir bei unseren ausgedehnten Touren, die eher über die kleineren Landstraßen führten, immer wieder verträumte und absolut sehenswerte kleinere Orte, die ein Ausspannen und Luftholen gut zuließen.


Die Burg von Beynac


Unser nächstes Ziel führt uns direkt an die Dordogne in das kleine Örtchen Beynac. Von Westen her kommend, fahren wir über die D 703 entlang der Dordogne und genießen eine der schönsten Strecken unserer Reise. Sie ist ein Traum, die Landschaft ist abwechslungsreich, kleine und mittelgroße Dörfchen, eines schöner als das andere, und immer wieder der Blick auf eine Flusslandschaft, die aus einem anderen Jahrhundert zu stammen scheint. Hier ist relativ viel los, aber das Langsamfahren stört uns angesichts der Umgebung überhaupt nicht. Die Dordogne ist eben kein Urlaub für Knieschleifer, man benötigt Zeit und Ruhe, die Landschaft und ihre Sehenswürdigkeiten haben es verdient.

Beynacs Wahrzeichen, die Burg auf der Spitze eines Steilhangs, thront majestätisch über dem Fluss. Ein Teil der Burg stammt aus dem 13., weitere aus dem 15. Jahrhundert. Von der Flussseite her war die Burg durch den Steilhang gut geschützt, von der flachen Landseite her schufen die Erbauer mächtige Kurtinen, Wehrgänge und Türme, die nur schwer eingenommen werden konnten.

Auf dem Rückweg zu unserem Motorrad staunten wir nicht schlecht, ein Cafe in einem tropischen Garten lud zum Verweilen unter Bananen und Oleander ein, eindeutig der Beweis, dass es hier auch im Winter recht mild sein dürfte.

Auf unserem Rückweg in Richtung Ferienhaus beschließen wir noch Domme, am Rande einer Klippe hoch über der Dordogne gelegen, zu besichtigen, das mit mächtigen Verteidigungsanlagen ausgestattet, ein Spiegelbild der wechselhaften Geschichte der Region ist. Immerhin war die Dordogne lange Zeit Grenzfluss zwischen französischen und englischen Lehnschaften. Die Bastiden (Wehrstädte) dieser Zeit zeugen von der wechselhaften und kriegerischen Geschichte. Interessanterweise unterschied sich die Bauweise englischer und französischer Bastiden kaum, so dass man lediglich anhand der Architektur keine Chance hat, sich zu orientieren.

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