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2. Tag

Die Nacht hatte gut angefangen, die Betten waren o.k., als plötzlich im ersten Tiefschlaf das Handy klingelte. Unser Nachbar, den wir als „Spion“ geimpft hatten, meldete, dass zuhause die Mäuse auf dem Tisch tanzen. War ja eigentlich klar, dass unser Zögling die Situation ausnutzte und eine Party inszenierte.

Kurzer Anruf zuhause und die Sache war erledigt. Die Nacht leider auch...

Trotzdem freuten wir uns nach dem Frühstück schon auf die Weiterfahrt.

Was uns heute die Mosel entlang erwartete war einfach GENNIIIIAAALL! Tolles Wetter, tolle Gegend, tolle Strecke, es klappte alles prima. Schon unser nächstes Ziel – Cochem – hat uns überwältigt.

Von der Strandpromenade aus bewunderten wir die Burg und den Ausflugsverkehr auf der Mosel. Fast jede Gemeinde hat hier einen Campingplatz angelegt. Bei drohendem Hochwasser muss hier eine wahnsinnige Evakuierung stattfinden. Schwarze Schieferbauten aus anno dazumal und putzige, schmale Häuschen sieht man am laufenden Band. Und immer wieder sind wir erstaunt, wie selbst an den steilsten Hängen Weinreben wachsen...

Es ändert sich nichts; der Abschnitt zwischen Reil und Koblenz ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Wir wechseln ständig die Uferseite und wir müssen uns zwingen, öfters auf die Straße zu schauen.

Eigentlich schade, dass schon das Ortsschild „Koblenz“ auftaucht.

Mit den Bikes sind wir dann bis direkt an’s „Deutsche Eck“ vorgefahren. Das Bauwerk sieht sehr imposant aus und wenn man bedenkt, was die Verantwortlichen dieser Epoche bewegt haben – und wie wenig unsere Politiker heutzutage bewegen – gibt einem das schon zu denken.

Was kümmert’s uns – wir wollen jetzt den Rhein entlang.

Die B9 führt uns über Boppard und Oberwesel nach St. Goar und and der Loreley vorbei.

Natürlich ist man von den vielen Burgen und Schlössern beeindruckt, aber den Charakter des Moseltales kann das Rheintal nicht erreichen. Wir machen nur eine kurze Pause (zum Fotografieren) und touren weiter nach Bingen.

Den Mäuseturm haben wir verpasst (außer Angelika, die eigentlich alles sah) und die Abfahrt auf die B48 nach Bad Kreuznach musste einer Ausweichroute zwecks Pinkelpause weichen.

Der große „Drive“ war nun raus; irgendwie suchte man den kürzesten Weg Richtung Heimat. Also düsten wir die B9 Richtung Ludwigshafen, als plötzlich meine Tachonadel bei 170 km/h rumwackelte. Sooo schnell ist die Gummikuh nun wirklich nicht, das wusste ich. Irgendwann gab der Tacho dann auch seinen Geist auf, allerdings erst, nachdem die Nadel gebrochen war, weil sie ständig im Kreis rumjagte. Mist.

Meine Sozia wurde dann auch langsam unruhig (der Hintern, der Rücken, die Hüfte...) und als wir Oberhausen erreichten, hatten wir rund 670km in zwei Tagen zurückgelegt.

War ´ne echt tolle Tour J

  

Karl-Martin Nissel

13.09.2004

 

 

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